Teppichboden verlegen

Ein Teppich lädt einfach zum Wohlfühlen ein - Schuhe aus und entspannen ... Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Lieblingsbodenbelag verlegen.

Das brauchen Sie:

 

  1. Auslegeware
  2. Klettband oder doppelseitiges Klebeband
  3. Abschlussschienen
  4. Viertelleiste oder Fußleiste
  5. Stahlnägel
  6. Spachtelmasse
  7. Teppichmesser + Zubehör
  8. Farbrolle (bei Fixierung)
  9. Zahnspachtel (bei Verklebung)
  10. Teppichlineal
  11. Schere
  12. Spachtel
  13. Hammer

 

Tipps und Tricks

Teppich oder PVC

Teppich überzeugt durch seine warme, gemütliche Raumwirkung. Und diese Wirkung leistet er nicht nur optisch und psychologisch, sondern auch ganz reell: Teppich hat eine stark wärmedämmende Wirkung und minimiert außerdem die Trittakustik. Durch die große Vielfalt an Qualitäten, Farben und Mustern lässt er sich für jeden Stil und jedes Raumkonzept einsetzten. Ein weiteres Argument: Die große Auswahl an natürlichen Materialien! Jute, Kokos und Sisal regulieren die Luftfeuchtigkeit und schaffen so ein angenehmes Raumklima.

PVC/Vinyl (Polyvinylchlorid) ist denkbar unkompliziert zu verlegen und auch in der Benutzung einmalig pflegeleicht. Freunde angesagter Designs kommen hier voll auf ihre Kosten, denn neben klassischen Holz-, Stein-oder Metall-Dekoren gibt es auch ausgefallene Farben und Muster. Durch seine meist niedrige Einbauhöhe und die geringen Kosten ist PVC vor allem beim nachträglichen Renovieren von Mietwohnungen eine ideale Lösung.

Materialkunde Teppich

Die meisten Teppichböden werden im Tufting-Verfahren hergestellt: Wie mit einer Nähmaschine werden die Fasern in das Trägermaterial eingebracht. Vor dem Zurückziehen der Nadel wird das Garn festgehalten, es entsteht eine Schlinge. Viele Schlingen ergeben den gesamten Teppich.


Schlingenware (Buclè)

Schnittflor (Velour)
Bleiben diese Garn-oder Faserschlingen geschlossen, bezeichnet man die Teppiche als Schlingenware oder Buclè. Beim Schnittflor sind die Schlingen oben aufgeschnitten. Je nach Höhe der Schlingen verändern sich die Optik und das Trittgefühl. Grundsätzlich gilt: je kürzer der Flor desto pflegeleichter.

Hochflor (Langflor)

Nadelvlies (Nadelfilz)
Bei besonders langen Garnfäden spricht man von Hochflor-Teppichen. Sie sind besonders weich und damit ideal geeignet für Wohn-und Schlafräume. Nicht getuftet, sondern mechanisch durch Nadeln gefilzt und zusätzlich verfestigt, z. B. durch Kunststoffdispersionen. Robust und strapazierfähig, auch für Büros und andere stark beanspruchte Räume geeignet.

Materialkunde PVC/Vinyl

Wir unterscheiden zwischen PVC-/Vinylboden mit oder ohne Träger. Durch die verschiedenen Herstellungsweisen können PVC-Böden sehr spezifische Eigenschaften aufweisen (z.B. besonders pflegeleicht, trittschalldämmend, rutsch-hemmend, antistatisch ...). Es empfiehlt sich daher, die einzelnen Produkttexte genau zu vergleichen, um den Boden zu finden, der Ihren individuellen Anforderungen entspricht.

Böden ohne Träger
Böden ohne Träger bestehen entweder aus einer gleichmäßigen, sehr strapazierfähigen PVC-/Vinylschicht oder aus mehreren zusammengepressten Schichten unterschiedlicher Eigenschaften. Letztere haben eine sehr hohe Abriebfestigkeit und profitieren von den Qualitätsmerkmalen jeder einzelnen Schicht.

Böden mit Träger Böden mit Trägern besitzen eine textile (z.B. Polyestervlies, Jutefilz) oder nichttextile Unterlage (z. B. Kork, HDF, PVC-bzw. PUR/Polyurethan-Schaum). Dieser Belag zeichnet sich durch hohe Maßstabilität aus und wird hauptsächlich im privaten Wohnraum verwendet.

Welche Farbe
Die Farbe des Fußbodens sollte immer auf die Farbe der Wände sowie der Nutzung des Raumes abgestimmt sein. Gelb- und Grün-Töne fördern die Kommunikation. Rot-Töne wirken aktivierend, sind also für die Schlafräume weniger geeignet. Blau-Töne beruhigen und versöhnen mit einem stressigen Alltag. Grau-Töne stehen für Eleganz und Stille und passen ideal zu farbigen Akzenten.

Teppich verlegen - Schritt für Schritt

Lose Verlegung bis 25 qm Raumgröße

Schritt 1:
An den Rändern des ausgefegten Raumes wird im Abstand von 2 cm zur Wand ein Doppeltklebeband angebracht (obere Schutzfolie noch nicht entfernen).

Schritt 2:
Den grob zugeschnittenen Belag an der längsten geraden Wand ausrichten und dann mit einer scharfen Klinge genau zuschneiden.

Schritt 3:
Nun den Belag zurückklappen und die Schutzfolie des Klebebandes entfernen.

Schritt 4:
Jetzt den Belag wieder ausbreiten und jeweils gegenüberliegend am Klebeband fixieren.

Schritt 5:
An Mauervorsprüngen an einer Seite einschneiden, zurückklappen und dann in der Kante durchtrennen.

Schritt 6:
Bei schwierigen Wandverläufen den Teppichboden zuerst grob vorschneiden und einpassen, dann an den Kanten genau zuschneiden.

Schritt 7:
Müssen Bahnen zusammengesetzt werden, wird die Stoßfuge durch einen Doppelschnitt durch beide Bahnen vorbereitet.

Schritt 8:
Nun von der Rückseite die Bahnen mit Einseitklebeband verbinden.

Schritt 9:
Soll der Teppichboden weder lose verlegt noch fest verklebt werden, bietet sich die Verlegung mit Haftgitterfolie an. Der Belag haftet fest und lässt sich jederzeit wieder aufnehmen.

Schritt 10:
Die Folie mit der weißen Schicht nach unten zuschneiden und einpassen, dann die weiße Schutzfolie abziehen.

Schritt 11:
Den zugeschnittenen Teppich auf der Gitterfolie ausbreiten und dann zurückschlagen. Nun die obere, blaue Schutzfolie entfernen und den Teppich darauf fixieren.

Fixieren oder kleben

Schritt 1: Vollflächig aufgebrachte Teppichfixierung schützt Bodenbeläge mit Glattschaumrücken vor Verwerfungen und dem Auswalken. Der Belag wird zuerst grob zugeschnitten, im Raum ausgelegt und genau eingepasst. Nun den Teppichboden halbseitig zurückschlagen, die Fixierung nach Anleitung auftragen und den Belag wieder auslegen und festdrücken. Genauso mit der zweiten Hälfte verfahren.

Schritt 2:
Bei vollflächiger Verklebung die Belagsbahnen an den Nahtkannten zur Seite aufklappen, den Kleber auftragen und Belag fest ins Kleberbett eindrücken. Die Stoßkanten eventuell noch korrigieren.

Schritt 3:
Randleisten zum Aufkleben von Teppichstreifen und Übergangsschienen zu anderen Bodenbelägen bilden den gekonnten Abschluss Ihrer Verlegearbeit.

Schritt 4:
Wenn Sie PVC Beläge lose verlegen wollen, planen Sie die Verlegung von PVC Bahnen so, dass die Verbindungsstöße zur größten Fensterfläche hin verlaufen. So fallen die Nahtstellen am wenigsten auf.

Schritt 5:
Durch den Doppelschnitt durch beide Bahnen werden diese exakt für eine Verbindung bei mehreren Bahnen vorbereitet. Beachten Sie hierbei das Rapportmuster und fixieren Sie die Bahnen gegebenenfalls mit Klebeband gegen Verrutschen beim Zuschneiden.

Schritt 6:
Mit Einseitklebeband werden die Bahnen von der Rückseite her verbunden und können verlegt werden. Ein genaues Einschneiden erfolgt nun an den Wänden bei ausgelegtem Belag.

Schritt 7:
Unregelmäßige Wandverläufe können mit diesem selbstgebauten Anreißehilfsmittel genau auf den Belag übertragen werden, der dann zugeschnitten wird. Die Befestigung des PVC-Belages erfolgt bei loser Auslegung mittels Doppelklebeband entlang des Wandverlaufes.

Die richtige Pflege

Sie sollten den Teppichboden vom ersten Tag an regelmäßig, mindestens einmal in der Woche staubsaugen. Am besten eignen sich dafür Bürstsauger - sie richten den Flor auf und entfernen lose Verschmutzungen noch besser. Hochflorige Teppichböden (Shags), Schurwollqualitäten und Berberstrukturen sollten nur mit einer glatten Teppichdüse abgesaugt werden. Eventuelles Fusseln bei neuen Velours-Teppichböden ist normal und verliert sich im Gebrauch. Die Trockenreinigung mit Pulver ist immer dann sinnvoll, wenn der Teppichboden feuchtigkeitsempfindlich ist, Teilflächen verschmutzt sind oder der Boden jederzeit begehbar sein muss. Für Nadel-vliesbeläge ist diese Reinigung ungeeignet. Die Nassreinigung / Intensivreinigung: Die in der Tiefe des Flors haftenden klebrigen Schmutz- und Sandrückstände sind unhygienisch und können die Fasern beschädigen. Bei dem empfohlenen Sprühextraktionsverfahren wird unter Druck eine Reinigungslösung in den Flor des Teppichbodens gesprüht und in einem Arbeitsgang wieder abgesaugt. So werden Verschmutzungen, Flecken und klebrige Shampoo Rückstände ausgespült. Aus diesem Grund sollten Sie hier dieses Verfahren z. B. dem Shampoonieren nach Möglichkeit vorziehen. Die gereinigten Flächen sind nach kurzer Zeit wieder trocken und hygienisch sauber. Naturfasern wie z. B. reine Schurwolle können Sie ebenfalls im Sprühextraktionsverfahren reinigen. Beachten Sie jedoch bitte, dass der Boden ordnungsgemäß verlegt ist und nicht durchnässt wird. Für die Fleckentfernung auf diesen Belägen gibt es spezielle Reinigungsmittel. Kokos und Sisal sollten grundsätzlich nicht nass - also nicht im Sprühextraktionsverfahren - gereinigt werden. Hierfür verwenden Sie Trockenschaum. Schutz vor Wiederanschmutzung zur dauerhaften Pflege sollten Sie nach jeder Grundreinigung Ihre textilen Bodenbeläge und Polstermöbel mit einem faserschützenden Spezialprodukt einsprühen. Hierdurch wird die Faser imprägniert und ist so gegen erhöhte Schmutzanhaftungen geschützt. Darüber hinaus verhindert diese Faserimprägnierung Verfilzung und Vergrauung.