Vor dem Kauf

Gesetzliche Vorschriften & Normen

Geltende Vorschriften und Bedingungen

Um einen Kaminofen betreiben zu dürfen, müssen individuelle landesbauliche und kommunale Vorschriften und Normen beachtet werden (Regensburger Norm, Münchener Norm, ÖNorm, DINplus, BImSchV, EN-Normen). Sie sollten deshalb vor dem Kauf unbedingt Ihren Bezirksschornsteinfeger kontaktieren.

Hinweise zur Installation des Kaminofens

Sie müssen den Kaminofen von einem Fachmann aufbauen lassen. Vor Inbetriebnahme muss Ihr Bezirksschornsteinfeger ihn abnehmen und zulassen, wofür er Ihnen Zeugnisse ausstellen wird, die Sie dringend aufheben sollten. Anderenfalls haben Sie keine Garantieansprüche! Infos zum Anschlussservice.

Hinweise zur 1. BImSchV

Die 1.Bundes-Immissionsschutz Verordnung (BImSchV) befasst sich in erster Linie mit der Verminderung der bei Kaminfeuerstätten auftretenden Abgase und der Anpassung der Feuerstätten an den verbesserten Stand der Technik zur Minderung von Emmissionen. Die 1. BImSchV regelt die Grenzwerte für Feinstaub und Kohlenmonoxid und fördert eine effizientere Energieverwendung. Des Weiteren legt die Verordnung die Übergangsfristen für Anlagen fest, die diese Grenzwerte nicht einhalten und gibt einen Zeitraum vor, in dem diese Anlagen durch neue BImSchV- konforme Anlagen ersetzt werden müssen.

Alle Feuerstätten, die nach dem 22.03.2010 in Betrieb genommen werden, müssen die Grenzwerte der 1. Stufe der 1. BImSchV einhalten.

Für Feuerstätten, die ab 01.01.2015 in Betrieb genommen werden, gelten die Grenzwerte der 2. Stufe der 1. BImSchV.

Feuerstellen die bereits die 1. Stufe erfüllen, müssen jedoch auch nach dem 01.01.2015 nicht verändert werden, sondern genießen lebenslangen Bestandsschutz und können unbefristet betrieben werden.

2. Bauliche Voraussetzungen

Spezielle Eignungen Ihres Schornsteins

Der Durchmesser des inneren Schornsteins sollte dem der Raucherrohre gleichen (zzgl. max. 20 %). Der Mindestschornsteinquerschnitt muss auf den inneren Querschnitt des Rauchrohrstutzens am Kaminofen angepasst sein. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Bezirksschornsteinfeger und lassen Sie sich durch diesen beraten.

Sicherheitsabstand vom Kaminofen zu umliegenden Gegenständen (Wänden, Möbeln, usw.)

Der Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien variiert je nach Konstruktion des Kaminofens und muss eingehalten werden. Sie sollten zu den Metallteilen des Kaminofens einen Abstand von mindestens 20 cm, zu dem Feuerraum bzw. den Glastüren einen Mindestabstand von 80 cm wahren.

Vorkehrungen für Funkenflug

Sollte Ihr Kaminofen nicht auf Steinboden, Fliesen oder sonstigem feuerfesten Untergrund aufgebaut sein, sollte eine Feuerschutz-Bodenplatte den Fußboden mindestens 50 cm vor und mindestens 30 cm neben dem Kaminofen auskleiden. Diese Feuerschutz-Bodenplatten finden Sie bei uns im Sortiment.

3. Heizleistung

Raumheizvermögen

Das Raumheizvermögen wird laut DIN 18893 in drei verschiedenen Größen angegeben: Günstige Heizbedingungen (GH), weniger günstige Heizbedingungen (WGH) und ungünstige Heizbedingungen (UH). Alle Angaben zum Raumheizvermögen gelten nur als unverbindliche Anhaltswerte, da das tatsächlich erzielte Raumheizvermögen von vielen Bedingungen des Aufstellortes der Feuerstätte abhängt, z. B. Isolierstand des Hauses, Anteil der Außenwände, erwünschte Raumtemperatur, Beheizung von Nachbarräumen und Qualität des Brennstoffes.

RAUMHEIZVERMÖGEN in m3
Leistung GH GH UH
5,0 kW 75 44 29
6,0 kW 170 98 67
7,0 kW 205 120 82
8,0 kW 250 145 98
10,0 kW 340 220 130
Kaminofen-Einsatz bei einem Niedrigenergiehaus

Niedrigenergiehäuser sind so konzipiert, dass so wenig Energie wie möglich durch Fensterritzen, Türspalten etc. entweichen kann. Im Normalfall sind Sie komplett Luftdicht abgeriegelt. Folglich kann auf diese Art auch keine Frischluft ins Innere des Hauses gelangen.

Ein Kaminofen benötigt zum Abbrand jedoch viel Sauerstoff, den er sich normalerweise aus dem Wohnraum nimmt. Dies würde bei einem Niedrigenergiehaus jedoch das Sauerstoffgleichgewicht gefährden und könnte für die Bewohner zu einer lebensgefährlichen Kohlenmonoxidvergiftung führen.

Durch eine Externe Verbrennungsluftzufuhr kann dem Kaminofen direkt aus dem Freien die benötigte Luft zugeführt werden, sodass die Belüftung des Hauses nicht gestört wird. Bitte beachten Sie, dass vielerorts eine DIBT-Zulassung erforderlich ist. Achten Sie beim Kauf Ihres Ofens daher auf diese Kennzeichnung.

4. Optik, Material und äußere Ausstattung

Ofen- & Scheibenform

Die Form der Sichtscheibe entscheidet meistens auch über die Form des Ofens. In unserer Auswahl finden Sie angefangen bei einer einfachen rechteckigen Scheibe über halbrunde oder oval geschwungene Scheiben auch Öfen mit einer prismatischen Scheibe. Außerdem haben wir besondere Modelle mit mehreren Scheiben, welche für eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre sorgen, indem sie das Farbspiel des Feuers noch schöner in den Raum fließen lassen.

Die Sichtscheiben sind in der Tür und ggf. in dem Korpus aus Stahl oder Gusseisen eingefasst. Bei vielen Modellen haben Sie zusätzlich die Möglichkeit das gleiche Modell mit verschiedenen Verkleidungselementen zu wählen. Einige dieser Verkleidungen bringen neben einer hochwertigeren Optik auch eine erhöhte Wärmespeicherfähigkeit als Vorteil gegenüber der Grundvariante aus Stahl mit sich.

Korpus- & Verkleidungsmaterialien

Typische Korpusmaterialien sind Stahl und Gusseisen, die in verschiedenen Farben wie braun, anthrazit, gussgrau oder weiß hergestellt werden. Stahl als strapazierfähiges Material für den Korpus bildet die Basis für die meisten Öfen.

Gusseisen ist aufgrund seiner Belastbarkeit und seiner guten Wärmespeicherfähigkeit ein bevorzugtes Material der Ofenbauer. Der einfache Austausch von einzelnen Bestandteilen und nahezu keine Verformungserscheinungen sorgen für geringe Haltungskosten.

Natursteine haben ein natürliches Vorkommen in der Natur und werden nach dem Abbau beinahe unverändert weiterverarbeitet. Grundsätzlich bezeichnet man alle Steinarten als Naturstein. Die Oberflächenstruktur und Färbung von Naturstein ist somit individuell und macht aus ihrem Kaminofen ein Unikat. Natursteine besitzen in verschiedenem Maß Wärmespeichereigenschaften, durch die die entstehende Wärme an die Umgebung im Raum weitergeleitet wird.

Speckstein ist, genau wie Sandstein oder auch Granit, ein Naturstein. Speckstein entstand vor mehreren Millionen Jahren aus verschiedenen Mineralien und wird heute hauptsächlich in Skandinavien und Brasilien abgebaut. Im Laufe der Jahre hat sich Speckstein als besonders beliebter Stein für Kaminöfen herausgestellt. Dieser Stein hat im Vergleich zu anderen Natursteinen eine besonders hohe Energiespeicherdichte, die es ihm erlaubt, Wärme länger zu speichern als andere Natursteinarten. Zu beachten ist jedoch, dass eine Wärmespeicherung erst bei sehr massiven Steinplatten gegeben ist. Bei relativ dünnen Steinen unterscheiden sich die verschiedenen Natursteinarten nur wenig in ihrer Speicherfähigkeit.

Ofenkacheln verfügen wegen ihrer großen Masse und der speziellen Zusammensetzung der Keramik über eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit. Sie geben die Wärme langsam und gleichmäßig strahlend an den Raum ab. Die Pflege und Reinigung der Ofenkacheln ist einfach und unproblematisch.

Äußere Ausstattung

Zur Ausstattung gehört je nach Ofen-Modell neben dem Teefach und der Topplatte auch ein Holzfach. Das Teefach beschreibt ein Warmhaltefach über dem Brennraum. Zusätzlich verfügen viele Öfen über eine Topplatte, welche meist aus Speck- oder Naturstein gefertigt wird und auf dem Ofen aufliegt. Sie kann ebenfalls als Warmhaltefläche genutzt werden. Im Holzfach können Brennmaterialien aufbewahrt werden. Bei den meisten Modellen befindet sich das Holzfach unter dem Brennraum.

5. Öfen und ihre Funktionen

Öfen mit Automatikfunktion

Bei Kaminöfen mit Automatik regelt der Kaminofen automatisch die Luftzufuhr. Der Abbrand der Brennstoffe wird also so effizient wie möglich gestaltet. Über einen Kapillarfühler erkennt der Kaminofen die Temperatur im Brennraum und führt diesem dann je nach Bedarf Verbrennungsluft zu. Das lästige Nachregeln der Zuluft per Hand wird somit unnötig.

Öfen mit externer Verbrennungsluftzufuhr

Bei diesen Modellen kann die Verbrennungsluft zusätzlich aus dem Freien zugeführt werden. Dies ist nötig, wenn der Ofen nicht ausreichend Sauerstoff aus dem Raum ziehen kann. Bei Lüftungsanlagen, die Unterdruck erzeugen, können Maßnahmen erforderlich sein, die mit dem Schornsteinfeger bzw. Lüftungsanlagenbauer abgestimmt werden müssen.

Dauebrandöfen

Diese vom Prüfinstitut zertifizierten Kaminöfen können mit schwarzen Brennstoffen (z. B. Briketts) auch über mehrere Stunden (z. B. über Nacht) in Betrieb bleiben, ohne dass Brennstoff nachgelegt werden muss. Sie sind für die dauerhafte Beheizung von Wohnräumen zugelassen und können als alleinige Heizung genutzt werden.

Speicheröfen

Speicherfähige Materialien in der Nähe des Brennraums leiten die Wärme auf schnellstem Weg zum Speichermedium und speichern sie dort längere Zeit. Im Vergleich zu konventionell verkleideten Modellen lässt sich auch die Speicherzeit deutlich verlängern.

RLU Öfen

Diese Öfen dürfen mit modernen Lüftungsanlagen betrieben werden (z. B. Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser), jedoch nur mit Holzbefeuerung. Es muss sichergestellt sein, dass eine Lüftungsanlage keine Rauchgase in den Raum zieht.

Wasserführende Ofen

Dank eines eingebauten Wärmetauschers kann dieser Kaminofen Wasser erhitzen und damit die Zentralheizung unterstützen und den Heizkessel entlasten. Dies ist besonders kosteneffizient und energiesparend.

6. Ofenarten

Kaminöfen

Zeitbrand: Bauart 1

Kaminöfen verfügen über eine selbstschließende Feuerraumtür, die einen Betrieb mit offenem Feuerraum nicht ermöglicht. Dadurch können meist mehrere Feuerstellen an einen Schornstein angeschlossen werden und eine zusätzliche Frischluftzufuhr ist nicht notwendig. Kaminöfen der Bauart 2 können offen oder geschlossen betrieben werden, eine externe Frischluftzufuhr muss jedoch sichergestellt sein.

Gussöfen

Das bevorzugte Material erfahrener Ofenmachermeister speichert Wärme über einen langen Zeitraum und gibt diese gleichmäßig ab. Der einfache Austausch einzelner Teile und nahezu keine Verformungserscheinungen sorgen für geringe Haltungskosten.

Werkstatt/Hüttenöfen

Aus Gusseisen oder Stahl gefertigte Öfen – ideal für Keller und Wohnräume.

Stuben/Ölöfen

Meist mit Kacheln oder Keramik verkleidete Öfen. Bei Ölöfen wird mit extraleichtem Heizöl geheizt, oft können diese an eine vorhandene Ölversorgung angeschlossen werden. Große Brennräume sorgen für lange Brenndauer, automatische Verbrennungsluftzufuhr für gleichmäßigen Abbrand und Regler für konstante Wärmeleistung.

Pelletöfen

Verbrennen unter hohem Druck gepresste, DIN-geprüfte Holzpellets aus Abfallholz, wodurch sie besonders wirtschaftlich sind. Sie bieten hohen Bedienkomfort mit digitaler Bedieneinheit zur Steuerung, vollautomatischer elektrischer Zündung, sparsamem Betrieb durch Thermofühler und automatische Heizleistungsanpassung.

Kaminbausätze

Schritt für Schritt zum Wunschkamin. Die Bausätze bestehen aus Heizeinsatz, Verkleidung, Dekorelementen und Montageanleitung. Sie können in vielen Fällen individuell lackiert werden.

Festbrennstoffherde

Diese sind speziell für das Kochen mit Brennstoffen konzipiert – traditionell und ursprünglich wie bei Oma.